Echte Maenner Gottes

Liebe Leserinnen und Leser! Haben Sie auch schon Berichte von Gläubigen erhalten, die Erfahrungen im Himmel gemacht haben? Oder von solchen, die Engel sahen? Oder wurden Sie mit Berichten von aussergewöhnlichen Heilungen konfrontiert? – Wenn ja, wie wirkten die Berichte auf Sie?

Von vielen Menschen weiss ich, auch von eigenen Erfahrungen, dass solche Erlebnisse, wie oben beschrieben, nicht nur Freude für die Betreffenden auslösen können. Vor allem, wenn man selbst in einer schwierigen Situation steckt und glaubt, den Draht zu Gott verloren zu haben. Gerade dann sieht man sich in der Ungnade Gottes, während man die anderen in Seiner Gnade glaubt. – „Ja, die anderen sind wie Elia, welcher auf dem Berg Karmel den Showdown, ein Kräftemessen von einem einzigen Mann gegen 850 falsche Priester und einem ungläubigen Volk als Zuschauer, im Namen Gottes abhielt und dabei haushoch über sie triumphierte (1. Kö 18)“, mag man ausrufen. Da kommen Emotionen hoch, wer möchte nicht so sein, wie ein Elia? Oder ein Mann mit Nahtoderfahrungen, der im Himmel war und wieder mit einem Auftrag Christi auf die Erde zurückkehren durfte?

Wer mit solchen Wundern konfrontiert wird, kann, wie angedeutet, Menschen mit Wundererfahrungen als Christen betrachten, die ein besonderes Geheimnis, einen besonderen Draht zu Gott haben. - Wenn das so ist, werden ungesunde Mechanismen in Gang gesetzt, indem man diese offensichtlich gesegneten Personen erhöht und sich als minderwertiger in den Augen Gottes betrachtet, vor allem auch dann, wenn einem die Eltern nicht so viel Beachtung geschenkt haben.

Soweit darf es nicht kommen, liebe Leserinnen und Leser! Denn jeder Mensch hat genau die gleiche Ausgangslage vor Gott, bei dem kein Ansehen der Person ist (2. Chr 19,7; Röm 2,11; Gal 2,6; Eph 6,9; 1Petr 1,17). Gott ist nicht jemand, der parteiisch ist. Wer ihm dienen will, das angebotene Heil annimmt und sich seiner Regierung unterordnet, ist voll dabei. Voll dabei zu sein heisst, als Kind aufgenommen zu sein und in der gleichen Weise geliebt zu sein, wie jedes andere Familienmitglied. – An dieser Stelle spreche ich von Familienmitgliedern, die Gott suchen und sich bemühen, nach seinem Wohlgefallen zu leben. Es ist selbstverständlich, dass es Unterschiede gibt zwischen Kindern Gottes, die seine Errettung gering schätzen und böse wandeln (Heb 10,26) und solchen, die sie in angemessener Weise achten und sich um einen unbefleckten Wandel bemühen (Jak 1,27). Am Ende der Tage wird es einen Unterschied geben zwischen den gehorsamen und ungehorsamen Kindern Gottes (Mal 3,17.18).

Trotzdem gibt es unter denjenigen, die vorangehen wollen mit dem HERRN, frappante Unterschiede. Die einen können Wunder an Wunder reihen, andere nicht. – Wie ist das einzuordnen? – Das beste Beispiel, um das zu erklären, bieten Elia und Elisa. Elia wurde im feurigen Wagen entrückt (2. Kö 2,11), Elisa erkrankte hingegen an einem Übel und starb (2. Kö 13,14). Beide waren Propheten des HERRN, von Ihm eingesetzt und erfolgreich während des ganzen Lebens, was der erste Indikator ist, dass beide den Weg Gottes gingen, auch wenn Elisas Ende nicht so ausfiel, wie Elias. Der Geist Gottes wich nicht von ihnen, wie er von beispielsweise Simson für eine Weile wich. Der zweite und entscheidende Indikator für Gottes Wohlgefallen an Elisa ist die Begebenheit mit seinem toten Körper. Ein verstorbener Mensch kam mit den Gebeinen Elisas in Berührung und wurde dadurch wieder lebendig! Elisa durfte noch im Tod ein Segen sein! Das ist eine wundervolle Ehre, die ihm Gott verlieh (2. Kö 13,21)! – An diesem Beispiel sehen wir, dass die Schicksale von Menschen in der Gefolgschaft Gottes unterschiedlicher nicht sein können. Der eine kann im Sturmwind entrückt werden, der andere stirbt an einer Krankheit, ganz normal; sogar gottlose Menschen können auf bessere Art und Weise sterben, indem sie einfach im Schlaf einschlummern (Hiob 21,33).

Mit diesem Gedankengang möchte ich aufrichtige Christen, die nach aussen betrachtet ein härteres Los haben, ermutigen und von einem nutzlosen, wie Elia sein zu wollen, abhalten. Jeder Christ hat einen individuellen Auftrag. Wenn Sie eine Krankheit erdulden müssen und sie auch nach erfolglosem Bitten nach Heilung bleibt, wenden Sie keine weiteren Kräfte auf, um trotzdem irgendwie auf eine Schiene Elias zu kommen. Petrus wurde geoffenbart, dass er am Ende einen gewaltsamen Tod erleiden muss (Joh 21,18). Als es für Petrus Zeit wurde, so zu sterben, wären alle Versuche, das zu verhindern und ihm eine Elia-Entrückung herbeizurufen, gescheitert. Für Petrus war es bestimmt, so zu sterben, wie es für Paulus bestimmt war, während seines Lebens ein Leiden zu haben (2. Kor 12,9). – Fühlen Sie sich nicht minderwertig, wenn Sie ein unspektakuläres Leben haben. Halten Sie nicht ständig nach Sensationen Ausschau! Letztere sind keine Indikatoren für den Wohlgefallen Gottes: Spektakuläre Leben sowie völlig unbeachtete können die gleiche Wertschätzung haben bei Gott. Wichtig ist nur, dass Sie Ihrer Berufung treu sind, sei es eine etwas eintönige oder nicht. Amen.